Deutschland prüft den Glücksspielstaatsvertrag 2021 vor der Frist Ende 2026
Vera Bauer · Aug 1, 2026

Deutschland prüft den Glücksspielstaatsvertrag 2021 vor der Frist Ende 2026

Die 16 Bundesländer haben eine formelle Evaluierung des GlüStV 2021 eingeleitet, weil die bestehenden Regelungen wie Ein-Euro-Spin-Limits, Fünf-Sekunden-Verzögerungen und monatliche Einzahlungshöchstbeträge von 1.000 Euro die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes beeinträchtigen, während die Frist am 31. Dezember 2026 näher rückt.
Hintergründe der laufenden Überprüfung
Die Bewertung konzentriert sich auf mögliche Anpassungen bei Limits, Steuern und Durchsetzungsmaßnahmen, ohne das gesamte System abzuschaffen, und wird von den Bundesländern gemeinsam mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) koordiniert, wobei Daten zur Kanalisierung eine zentrale Rolle spielen.
Im August 2026 laufen diese Abstimmungsprozesse weiter, während Experten die Auswirkungen der restriktiven Vorgaben auf legale Anbieter analysieren und gleichzeitig illegale Plattformen im Blick behalten, die einen signifikanten Anteil der Online-Wetten auf sich ziehen.
Kanalisierungsrate und Marktanteile
Aktuelle Schätzungen beziffern die Kanalisierung auf etwa 77 Prozent, was bedeutet, dass rund ein Viertel aller Online-Wetten über nicht lizenzierte Plattformen abgewickelt wird, und diese Zahlen dienen als Grundlage für die Diskussionen über mögliche Lockerungen oder Verschärfungen der bestehenden Rahmenbedingungen.
Die GGL überwacht die Einhaltung der Vorschriften und liefert Berichte, die in die Entscheidungsfindung der Länder einfließen, während die Bundesländer prüfen, wie Steuermodelle und Enforcementsstrategien angepasst werden können, um mehr Spieler in den regulierten Bereich zu lenken.

Mögliche Anpassungen und Fokusgebiete
Die Überprüfung richtet sich auf die Spin-Limits, die Verzögerungszeiten sowie die Einzahlungsobergrenzen, weil diese Maßnahmen nach Einschätzung von Beobachtern die Attraktivität lizenzierter Angebote reduzieren und dadurch die Abwanderung zu illegalen Anbietern begünstigen, und die Länder erwägen gezielte Änderungen, die den Schutz der Spieler weiterhin gewährleisten sollen.
Steuerliche Aspekte stehen ebenfalls auf der Agenda, da Anpassungen hier die Wettbewerbsfähigkeit des regulierten Marktes verbessern könnten, ohne die grundlegenden Schutzmechanismen des GlüStV 2021 aufzugeben, und die GGL liefert dabei die notwendigen Datengrundlagen für fundierte Entscheidungen.
Zeitlicher Rahmen bis Ende 2026
Bis zur Frist am 31. Dezember 2026 müssen die Bundesländer Ergebnisse der Evaluierung vorlegen, wobei die laufenden Abstimmungen im Sommer und Herbst 2026 entscheidende Phasen darstellen, und alle Beteiligten arbeiten daran, eine Balance zwischen Regulierung und Marktdynamik zu finden.
Fazit
Die formelle Evaluierung des GlüStV 2021 durch die 16 Bundesländer und die GGL zeigt, wie Daten zur Kanalisierung von rund 77 Prozent die Diskussionen über Anpassungen bei Limits, Steuern und Durchsetzung prägen, und die Entwicklungen bis Ende 2026 werden die zukünftige Ausrichtung des deutschen Glücksspielmarktes bestimmen. Berichten zufolge fließen die Ergebnisse dieser Prüfung direkt in die Entscheidungsprozesse ein.